Projektleitung: Prof. Dr. Oliver Nachtwey
Projektbearbeitung: Mirela Ivanova, Helene Thaa
Projektlaufzeit: 1.9.2019-31.8.2022
Finanziert durch: Schweizer Nationalfonds (SNF)
SNF-ID: 100019E_183669
Website: digitalalienation.eu

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines empirisch fundierten Konzeptes digitaler Entfremdung in der Arbeit. Gefragt wird, inwieweit die digitale Arbeit verschiedener Berufsgruppen im Dienstleistungssektor mit spezifischen Entfremdungserfahrungen einhergehen, und welche Bemühungen der Aneignung von Arbeit seitens der Beschäftigten sich finden lassen. Dazu wird ein neuartiger Zugang der Erschließung subjektiver Entfremdungserfahrungen genutzt. Die Untersuchung zielt darauf, Einblicke in die Erfahrungswelten von Beschäftigtengruppen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus zu erlangen, um Deutungen und Umgangsweisen mit Entfremdungspotenzialen in der digitalen Arbeitswelt nachvollziehen zu können. Dadurch kann ein gehaltvoller Begriff digitaler Entfremdung entwickelt werden, welcher an die Erfahrungen von Beschäftigten anschließt und die Untersuchung von anderen Leidenserfahrungen in der Arbeit ergänzt. Zentral ist zudem die Entwicklung eines Verständnisses digitaler Entfremdung, welches eine technikdeterministische Perspektive vermeidet, sondern digitale Technologien als strukturierend, aber nicht determinierend fasst. Durch den innovativen Ansatz der empirischen Entfremdungsforschung werden über die engere soziologische Diskussion hinaus auch Erkenntnisgewinne für die philosophische und psychologische Entfremdungsforschung generiert.

Publikationen an der Professur Nachtwey:

Schaupp, S. und Staab, P. (2018) «Rekursivität und Horizontalisierung - Das kommerzielle Internet als Vorbild digitalisierter Arbeit», Arbeits- und Industriesoziologische Studien. Sektion Arbeits- und Industriesoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 11(2), S. 294-307.   edoc
Buckermann, P., Koppenburger, A. und Schaupp, S. (Hrsg.) (2017) Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen. Emanzipatorische Perspektiven im technologischen Wandel. Münster: Unrast.   edoc
Raffetseder, E.-M., Schaupp, S. und Staab, P. (2017) «Kybernetik und Kontrolle. Algorithmische Arbeitssteuerung und betriebliche Herrschaft», PROKLA. Verlag Westfälisches Dampfboot, 187, S. 229-248.   edoc
Schaupp, S. (2017) «Digital self-evaluation and the cybernetic regime: A sketch for a materialist apparatus analysis», TripleC: Cognition, Communication, Co-Operation . Unified Theory of Information Research Group, 15(2), S. 872-886.   edoc | Open Access
Staab, P. und Nachtwey, O. (2016) «Market and Labour Control in Digital Capitalism», TripleC: Cognition, Communication, Co-Operation . Unified Theory of Information Research Group, 14(2), S. 457-474. Verfügbar unter: https://triple-c.at/index.php/tripleC/article/view/755.   edoc | Open Access
Staab, P. und Nachtwey, O. (2016) «Digitalisierung der Dienstleistungsarbeit», Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ). Bundeszentrale für politische Bildung, 18-19, S. 24-31.   edoc
Schaupp, S. (2016) «„Wir nennen es flexible Selbstkontrolle“. Self-Tracking als Selbsttechnologie des kybernetischen Kapitalismus», in Duttweiler, S., Gugutzer, R., Passoth, J.-H., und Strübing, J. (Hrsg.) Leben nach Zahlen. Self-Tracking als Optimierungsprojekt?. Bielefeld: Transcript (Digitale Gesellschaft), S. 63-86.   edoc | Open Access
Schaupp, S. (2016) Digitale Selbstüberwachung. Self-Tracking im kybernetischen Kapitalismus. Heidelberg: GWR.   edoc
Schaupp, S. (2016) «Measuring the entrepreneur of himself. Gendered quantification in the self-tracking discourse», in Selke, S. (Hrsg.) Lifelogging. Digital self-tracking and Lifelogging - between disruptive technology and cultural transformation. Wiesbaden: Springer VS, S. 249-266.   edoc
Nachtwey, O. und Staab, P. (2015) «Die Avantgarde des digitalen Kapitalismus», Mittelweg 36. Hamburger Edition HIS Verlagsgesellschaft, 24(6), S. 59-84.   edoc