Prof. Dr. Axel Paul

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Ordinarius für Allgemeine Soziologie

Die Allgemeine Soziologie befasst sich mit grundlegenden Kategorien der soziologischen Analyse (wie z.B. sozialem Handeln oder sozialen Normen), klassischen und zeitgenössischen Theorien der Soziologie und benachbarter Disziplinen, der Geschichte des Fachs, erkenntnis-, wissenschaftstheoretischen und insbesondere kultur- oder, mit einem Ausdruck von Heinrich Popitz, elementarsoziologischen Fragen.

Kultur ist das Ensemble sämtlicher konstruktiv geschaffener und institutionalisierter Lebensformen, in denen Menschen ihren Umgang untereinander, mit ihrer äusseren Ding- und psychischen Innenwelt regeln. Bei diesen Lebensformen handelt es sich um spezifische und historisch wandelbare Antworten auf gesellschaftlich elementare Herausforderungen wie etwa die Verteilung von Macht, die Organisation der materiellen (Re-)Produktion oder die Beilegung von Konflikten. Kultur ist, soziologisch gesehen, mithin kein gesellschaftlicher Teilbereich neben Politik, Wirtschaft oder Recht, sondern Ausdruck eines gesellschaftlich je besonderen Umgangs mit universalen Problemen.

Die privilegierte Methode des Lehrstuhls ist der historische bzw. interkulturelle Vergleich. Angestrebt wird eine historisch-ethnographisch gesättigte theoretische – und das heisst auch theoriegeschichtlich ausgreifende und für theoretische Alternativen offene Analyse und Reflexion sowohl von Vergesellschaftung überhaupt – hier lautet die Leitfrage: „Wie ist soziale Ordnung möglich?“ – als auch und im Besonderen der soziokulturellen Evolution – hier lautet die Leitfrage, durch welche Strukturmerkmale und Entwicklungstendenzen eine oder bestimmte Gesellschaften gekennzeichnet sind.

In Forschung und Lehre werden das Spannungsverhältnis von Universalität und Vielfalt, von Kontinuität und Wandelbarkeit der menschlichen Lebensformen thematisiert. Studenten und Studentinnen werden in die Lage versetzt, Beschreibungen und Diagnosen der Gegenwartsgesellschaft im Lichte eines historisch-kulturellen Vergleichs- und Kräftefelds zu interpretieren und bewerten. So werden sie für Einflüsse und langfristige gesellschaftliche Entwicklungstendenzen sensibilisiert, die eine rein gegenwarts- und problemorientierte Sozialforschung häufig nicht in den Blick bekommt.

Aktuell stehen die Geschichte, Kultur und Theorie von Herrschaft und Macht sowie von Wirtschaft und Geld im Zentrum der Aufmerksamkeit.

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